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Wer oder was ist eigentlich Pflege am Boden?
13.06.2015 20:02

 

Sie sind bundesweit anzutreffen, überall liegen Menschen ab und an, einfach so an öffentlichen Plätzen herum. Nun könnte man annehmen sie seien Müde und ruhen sich etwas aus, aber weit gefehlt, das Gegenteil ist der Fall. Diese Menschen sind hellwach und voll konzentriert. Das am Boden liegen ist Statement, es ist Protest in Form eines Smartmobs, der auf intelligente Weise versucht der Politik und Gesellschaft eine Botschaft zu vermitteln und für die allgemeine Situation in der Pflege ein bildhaftes Bewusstsein zu schaffen.

Pflege am Boden ist ein Initiative von Menschen, die sich unabhängig von Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbänden für bessere Rahmenbedingen der Pflege engagiert. Im Zentrum ihrer Bemühungen stehen die zu Pflegenden, die professionell Pflegenden und die pflegenden Angehörigen. Mit ihren Aktionen wollen sie die Politik und die Gesellschaft auf die Missstände in der Pflege in Deutschland aufmerksam machen.
Sie fordern vom Gesetzgeber die Reformierung der Pflegepolitik, um die Situation für die Gepflegten, die Pflegenden und deren Angehörige nachhaltig zu verbessern.

Die Forderungen:

  • (Re)Finanzierung und Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege für alle Menschen (unabhängig vom  Vermögen)
  • Verbindliche Personalbemessungsinstrumente in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um die Berufsflucht zu stoppen und die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern sowie bundeseinheitliche Pflegeschlüssel
  • Budgetierung von indirekter Pflege (Selbstpflege, Weiterbildung, Besprechungskultur, Teamentwicklung)
  • Zurückführung der Dokumentation auf ein gesundes Maß und Ausbau einer systematischen Besprechungskultur
  • Finanzielle, pflegefachliche und professionelle Entlastung pflegender Angehöriger sowie eine stärkere Aktivierung kommunaler Pflege-Infrastruktur
  • Gesetzliches Mitbestimmungsrecht der Pflege – Pflegerische Selbstverwaltung
  • Leistungsgerechte Entlohnung und Verbindlichkeit der Entgelte bei Pflegesatzverhandlungen
  • Verbesserte Ausbildungsbedingungen und systematische Entwicklung und Finanzierung von Fort- und Weiterbildungen
  • Verbesserte Gesundheitsprävention und niedrigeres Renteneintrittsalter für beruflich Pflegende
  • Zusammenführung von Heimaufsicht und Qualitätsprüfungen in einer bundeseinheitlichen Instanz

 

Mehr zu Pflege am Boden und deren Aktionen finden Sie unter: http://www.pflege-am-boden.de/ und unter http://pflege-am-boden-gp.jimdo.com/ (Esslingen-Stuttgart)

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