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Gute Aussichten für 2018
11.06.2017 22:00

Das Bundesteilhabegesetz ist die logische Überarbeitung und Erweiterung des bisherigen SGB IX „Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ und wird stufenweise im Zeitraum von 2017 und 2023 realisiert werden. Die §§ 57 und 58 des SGB IX NEU, beschreiben, welche Leistungen Menschen mit Behinderungen im Eingangsverfahren, im Berufsbildungsbereich und im Arbeitsbereich von Werkstätten in Anspruch nehmen können. Laut § 60 SGB IX NEU können diese Leistungen ab dem 1. Januar 2018 ganz oder teilweise auch bei einem anderen Leistungsanbieter in Anspruch nehmen. Wobei es sich dabei nicht um reguläte Arbeitgeber handelt, sondern um alternative Anbieter von Rehabilitation, Bildung und Beschäftigung.

Aufgrund dieser neuen alternativen Angebote, wird die Teilhabe am Arbeitsleben nicht nur erweitert, sondern auch im Hinblick auf das Wunsch und Wahlrecht verbessert. Die Vorteile für die alternativen Anbieter liegen darin, dass sie keine Mindestplatzzahl für Menschen mit Behinderung vorhalten müssen und  keine Anforderungen an die Raum- und Sachausstattung zu erfüllen sind, wie dies sonst für die Anerkennung als Werkstatt üblich ist. Zudem ist ein langwieriges förmliches Anerkennungsverfahren nicht mehr notwendig.

In Puncto Qualität, Fachlichkeit und Professionalität unterliegen auch die neuen Leistungsanbieter den fachlichen und gesetzlichen Anforderungen, genauso wie die Werkstätten, jedoch sind wir fest davon Überzeugt, dass die neuen Leistungsanbieter einen höheren Spezialisierungsgrad und eine höhere Passgenauigkeit der Arbeits- und Bildungsangebote erreichen, da die klassischen Werkstätten hinderlichen Rahmenbedingungen unterliegen und es Ihnen daher oftmals an Flexibilität und schnellen Reaktionszeiten fehlt.

Bezüglich der Rechte der Beschäftigten bestehen keine Unterschiede. Allerdings, anders als in einer WfbM, besteht bei anderen Leistungsträgern gegenüber dem Menschen mit Behinderungen keine Verpflichtung diese aufzunehmen. Weiterhin müssen sie auch nicht alle Leistungen zur beruflichen Bildung oder Beschäftigung anbieten, sondern sie können sich voll und ganz auf das konzentrieren, was ihre Kernkompetenzen sind.

Mit dem BTHG hat der Gesetzgeber einen wichtigen Schritt zur Inklusion, dem selbstbestimmten Leben und der Teilhabe unternommen, den wir sehr begrüßen.

Sie haben Fragen dazu? Dann nehmen Sie unverbindlich und kostenlos Kontakt zu uns auf.

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